Aktuelles

 

Ein Klangerlebnis der besonderen Art

Mixtura Cantorum gastierte in Mellrichstadt

Die Mixtura Cantorum applaudiert dem Organisten Tobias Kerscher am Ende des Konzerts in St. Kilian Mellrichstadt. Vorne rechts Chorleiter Mario Gebert. (Foto: Georg Kestler)

Einmal mehr verbrachten rund 50 Sängerinnen und Sänger der „Mixtura Cantorum“, eines überregionalen Auswahlchors des Fränkischen Sängerbundes, ein Proben- und Konzertwochenende im Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Mitglieder stammen überwiegend aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands und müssen teils große Wegstrecken bewältigen, um von ihren Wohnorten zu den Treffen anreisen zu können. Die Freude am gemeinsamen Singen anspruchsvoller Werke ist das Band, das alle zusammenhält.

Diese Freude war auch im Konzert am Samstag, 21. Oktober durchweg zu spüren und sie übertrug sich auf die begeisterten Zuhörer der gut besetzten Stadtpfarrkirche St. Kilian in Mellrichstadt. Der Chor hat sich auf die Fahnen geschrieben, hochwertige A-cappella-Musik aus allen Epochen zu erarbeiten und aufzuführen. Das A-cappella-Programm war anspruchsvoll und reichte von Musikstücken der Renaissance wie dem anklagenden „Ecce quomodo moritur justus“ von Jakob Handl oder dem emotionalen „Weep, o mine eyes“ von John Bennet über romantische  bis hin zu zeitgenössischen Werken, von echten Chor-Klassikern wie Mendelssohns kraftvollem „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ und Bruckners eindrucksvollem „Ave Maria“ bis hin zu unbekannteren Werken wie dem durch Mark und Bein gehenden „Eli, Eli“ des ungarischen Komponisten György Bardos (1905–1991), das so manchem Zuhörer Tränen in die Augen trieb.

Geleitet wird der Chor seit Ende letzten Jahres von Mario Gebert, dem ehemaligen Dirigenten unseres gemischten Chores, der den Dirigentenstab der Mixtura nach mehreren Jahrzehnten von Karl Heinz Malzer übernommen hat. Der Wechsel scheint geglückt, das Zusammenspiel zwischen dem neuen energiegeladenen Dirigenten und dem Chor funktionierte. Im Vordergrund der Chorarbeit von Mixtura Cantorum stehen nach eigener Aussage die direkte Umsetzung und die Vermittlung der vertonten Aussage. Die Sängerinnen und Sänger möchten das Publikum nicht mit reinem Schönklang „einlullen“, sondern es vor allem emotional anregen. Es steht außer Frage, dass dies dem Chor in Mellrichstadt einmal mehr gelungen ist. Der Klangkörper überzeugte nicht nur durch seinen homogenen Klang und seine saubere Intonation, er verschaffte den Zuhörern immer wieder Gänsehautmomente. Hervorzuheben sind hier das unglaublich dicht vorgetragene „Bogoroditse Devo“ von Rachmaninov sowie das samtig-warme „There is no rose“ von Colin Britt (*1985) oder das berührende „Alleluia“ von Ralph Manuel. Besonders eindrucksvoll waren die Passagen, in denen der Chor bis zum leisesten Pianissimo zurückging. Man hätte eine Stecknadel im Kirchenschiff fallen hören können, so ehrfürchtig lauschte da das aufmerksame Publikum.

Für Momente der Entspannung sorgten die klug gewählten, unterhaltsamen Orgelwerke, die, meisterhaft von Tobias Kerscher vorgetragen, viele Facetten der Hey-Orgel zeigten. Ihm und dem Chor zollte das Publikum am Ende des Konzertes stehende Ovationen. Es war nicht das erste Konzert des Ausnahme-Chores in Mellrichstadt. Und wenn es nach den Zuhörern geht, so soll es auch keinesfalls das letzte gewesen sein. Auch die Mitglieder der Mixtura Cantorum hoffen auf eine baldige Wiederkehr. Sie zeigten sich begeistert von einem rundum gelungenen Wochenende in Rhön-Grabfeld und bedankten sich herzlich beim Sängerverein Mellrichstadt, vor allem bei der Haupt-Organisatorin, der 1. Vorsitzenden Marianne Fritz und bei den unermüdlichen Helferinnen und Helfern aus den Reihen des Vereins.  

Carolin Fritz-Reich

Ab in den Chor – Woche der offenen Chöre

Eine Aktion des Deutschen Chorverbands mit den Mitgliedschören

Über 1200 Chöre in ganz Deutschland laden in der „Woche der offenen Chöre“ zu ihren Proben ein. Der Deutsche Chorverband hat bundesweit zur „Woche der offenen Chöre“ vom 11. bis 17. September aufgerufen, um Chöre in ihrer Mitgliederwerbung zu unterstützen und mit der Aktion zahlreiche Menschen für das Singen zu begeistern. Insbesondere durch die Corona‐Krise hat die Chorlandschaft gelitten und kämpft um neue Mitglieder. Verzeichnet werden musste ein durchschnittlicher Rückgang von bis zu 20 Prozent der aktiven Sängerinnen und Sänger.

„Mit dem Angebot von Schnupperproben soll Interessierten der Einstieg in einen neuen Chor erleichtert werden. Gemeinsames Singen ist das Beste, was man für sich und seine Gesundheit tun kann, und gut für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Singen im Chor stärkt Körper, Seele und Geist und Chöre ermöglichen es, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erfahren“, hebt Christian Wulff, Bundespräsident a.D. und Präsident des Deutschen Chorverbands, die Relevanz des Chorsingens hervor.

Der Sängerverein Mellrichstadt beteiligt sich mit seinen vier Chören an dieser Aktion und lädt zu den Proben, die alle im Fronhof stattfinden, herzlich ein.

Der Gemischte Chor trifft sich am Dienstag, 12.09.2023 um 19.30 Uhr und probt u.a. Lieder, die am 3. Oktober zusammen mit den Besuchern auf dem Marktplatz gesungen werden. Am Donnerstag, 14.09.2023 um 19.30 Uhr trifft sich das Ensemble mittendrin zur Chorprobe im Fronhof.

Die Chorwürmchen sind mit zwei Gruppen am Freitag, 15.09.2023 um 14.30 Uhr und um 15.15 Uhr an gleicher Stelle zur Schnupperprobe vertreten und am Samstag, 16.09.2023 um 10 Uhr trifft sich der Männerchor EUMET im Fronhof zur Probe.

Die Besucher können sich bei Speisen und Getränken jeweils den Ablauf einer Chorprobe anschauen, auch mal mitsingen und dann nach den Proben beim gemütlichen Beisammensein sich mit den Sängerinnen und Sängern austauschen. Für die Bewirtung ist gesorgt, bei unsicherem Wetter finden die Proben allesamt in der Scheune im Fronhof statt. Unser Motto: Singen hält fit – machen Sie mit!

Gut aufgestellt und voller Tatendrang

Mellrichstädter Sängerverein traf sich zur Jahreshauptversammlung

Nachdem im vergangenen Jahr corona-bedingt keine Generalversammlung möglich gewesen war, trafen sich die Mitglieder des Sängervereins Mellrichstadt nun etwas eher im Jahr als gewohnt zur Jahreshauptversammlung. Am Dienstag, dem 31. Januar eröffnete die Vorsitzende, Marianne Fritz die Versammlung mit einigen Begrüßungsworten und einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres.

Rund 140 aktive Mitglieder zählt der Verein, die in fünf Ensembles miteinander musizieren: die jüngsten Sängerinnen und Sänger (zwischen 4 und 10 Jahren) bilden die Chorwürm:chen unter der Leitung von Annika Bachmann und Bianca Sick. Dem Jugendchor und dem Ensemble „mittendrin“ steht Marianne Klemm vor, während der „Männerchor EuMet“ von Alwina Makiew und der Gemischte Chor von Mario Gebert geleitet werden.

Rückschau auf 2022

Die Termine, die der Gemischte Chor 2022 absolviert hat, fasste die 1. Vorsitzende zusammen: Ab Februar 2022 konnte der Probenbetrieb unter den vorgegebenen, strengen Hygienevorschriften wieder aufgenommen werden. Der Chor wirkte bei Konzerten in Bad Neustadt und Bad Kissingen mit, umrahmte musikalisch die Gedenkstunde am Volkstrauertag und lud zum Offenen Singen am Mellrichstädter Weihnachtsmarkt ein. Höhepunkt war ohne Zweifel der Auftritt bei der 5. Mellrichstädter Musiknacht im Juli 2022, die zum letzten Mal von Prof. Ernst Oestreicher geleitet worden war. Abschließend dankte Marianne Fritz allen, die das Vereinsleben mittragen und sich auf unterschiedliche Weise einbringen. Besondere Erwähnung fand die langjährige Notenwärtin Helga Heid, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt an Ulrike Sterzinger abgegeben hat. Ein großes Dankeschön ging auch an die Kirchenstiftung und -verwaltung St. Kilian für die Bereitstellung des Pfarrsaals für die Chorproben und Versammlungen.

Es folgten die Berichte der Chorleiter Mario Gebert, Annika Bachmann und Marianne Klemm. Das Ensemble „mittendrin“ bestritt gleich zwei Auftritte mit Bezug zum Ukraine-Krieg. So gestaltete man im April ein Friedensgebet mit und trat im Mai gemeinsam mit den Chorwürm:chen bei einem Open-Air-Konzert zugunsten der Ukraine-Hilfe auf. Weiterhin sang der Chor in Bad Neustadt und Bad Kissingen (gemeinsam mit dem Gemischten Chor) sowie in Bischofsheim und Wechterswinkel.

Weihnachtskonzert des Chornachwuchses

Unumstrittenes Highlight des gesamten Chornachwuchses war das traditionelle Weihnachtskonzert am 17. Dezember in der gut besuchten Gustav-Adolf-Kirche in Mellrichstadt, das unter dem Motto „Komm, komm, selige Nacht – bring uns den Weihnachtsfrieden“ stand. Nach zwei Jahren Zwangspause wurde das Weihnachtskonzert sehnlichst erwartet und die Zuhörer waren einmal mehr begeistert von den Darbietungen. Besondere Gänsehautmomente verschaffte „mittendrin“ mit einer modernen Interpretation des traditionellen Adventslieds „Maria durch ein Dornwald ging“ sowie mit dem englischsprachigen Advents-Hymnus „Who but the Lord“. Bewegend auch die Darbietung des John Lennon-Hits „Happy X-Mas (War is over)“ gemeinsam mit dem Jugendchor. Mit „I am dreaming of a better/peaceful world“ sprachen die Sänger:innen den Zuhörern aus der Seele.

Auch die erfreulich zahlreichen Chorwürm:chen hatten zuvor bereits den Wunsch nach Weltfrieden besungen und trugen – im übertragenen und wörtlichen Sinn – Licht ins Dunkel. Vor dem abschließenden „Hambani Kahle (Lichtertanz)“, der so manchem Zuhörer einen bleibenden Ohrwurm beschert haben dürfte, überzeugten bei „Kinder tragen Licht ins Dunkel“ von Lorenz Maierhofer einige der Nachwuchssänger auch als Solo-instrumentalisten. Der Auftritt wurde dementsprechend frenetisch beklatscht.

Chorwürmchen und Chorwürmer

Zum Jahresabschluss gestalteten Jugendchor, „mittendrin“ und Männerchor auch 2022 am Heiligabend das stimmungsvolle Singen unter dem Weihnachtsbaum am Mellrichstädter Marktplatz mit. Für die Chorwürmchen ergänzte Annika Bachmann noch ein Ständchen für den Nikolaus, der am 2. Dezember den Marktplatz von Mellrichstadt besucht hatte. Ein kleines Ständchen für die Eltern gab es auch am Ende des Ferienprogramms der Chorwürmchen, das am 2. September im Mellrichstädter Fronhof unter dem Motto „Seifenblasen“ stattgefunden hat. Dort hatten sich rund 30 Kinder zusammengefunden und mit Annika Bachmann und Bianca Sick Lieder zum Thema Seifenblasen einstudiert. Außerdem wurden Seifenblasen-Gestelle aus Draht gebastelt, mit denen die Kinder anschließend große Seifenblasen machen konnten. Alle hatten viel Spaß und so konnten auch einige neue Kinder für die Chorwürmchen geworben werden. Das lässt optimistisch in die Zukunft des Vereins blicken.

Satzungsänderung und Ausblick auf 2023

Nach dem Bericht des Schatzmeisters und der Kassenprüfer stimmte die Mitgliederversammlung noch über eine Satzungsänderung ab, die vorsieht, dass künftig jeder Chor des Sängervereins aus seinen Reihen einen Stellvertreter wählt. Diese Stellvertreter zählen als Beisitzer zur erweiterten Vorstandschaft und haben Stimmrecht. Nachdem diese Änderung einstimmig angenommen und die Vorstandschaft entlastet wurde, boten die 1. Vorsitzende und die Chorleiter noch einen Ausblick auf die 2023 anstehenden Termine. Am Samstag, 29. Juli singt der Gemischte Chor wieder beim Salzburg-Klassiker in Bad Neustadt, das Motto lautet in diesem Jahr „Sommernächte“. Für die Nachwuchschöre ist als Jahresabschluss wieder das Weihnachtskonzert geplant. Neben weiteren kleineren Auftritten u. a. in Aschaffenburg und Suhl und der bereits obligatorischen Termine (Volkstrauertag, Weihnachtsmarkt) soll 2023 auch ein großes Gemeinschaftskonzert aller Chöre des Sängervereins stattfinden. Der Termin dafür steht allerdings noch nicht fest. Er wird in Kürze neben allen anderen Termine auf der Homepage des Vereins bekannt gegeben werden.

Ehrungen

Während 2022 keine Ehrungen anstanden, waren im Oktober 2021 bereits einige Sängerinnen und Sänger für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt worden: Marianne Fritz, Helga Heid, Wolfgang Klemm (alle 50 Jahre), Ingrid Feiler und Ulrike Olfen (beide 25 Jahre).

1. Bürgermeister Michael Kraus, Helga Heid und Wolfgang Klemm (beide 50 Jahre), Ulrike Olfen und Ingrid Feiler (beide 25 Jahre), Marianne Fritz (50 Jahre).